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Medienmacht in Deutschland: Familien und Gleichschaltung
Mediennavigator: Wie einige Familien die Medienlandschaft in Deutschland gleichschalten
Medienmacht und ihre verborgenen Akteure
In einer formal vielfältigen Medienlandschaft regiert zunehmend die Einheitlichkeit. Politische Narrative und gesellschaftliche Positionen gleichen sich über Zeitungen, Fernsehsender und Onlineportale hinweg auffällig. Die dominierende Rolle dabei spielen wirtschaftlich und familiär vernetzte Machtzentren – namentlich: die Familien Springer, Burda, Mohn, Funke und Jahr.
Die Axel Springer SE: Mathias Döpfner und die Erben von Axel Springer
Die Axel Springer SE gehört zu den größten Medienkonzernen Europas. Unter dem Vorsitz von Mathias Döpfner kontrolliert der Konzern nicht nur BILD, WELT und Politico Europe, sondern auch Plattformen wie Business Insider und upday. Die Eigentümerstruktur ist besonders brisant: 45 % der Aktien hält das US-Investmenthaus KKR, während 22,5 % durch die gemeinnützige Axel-Springer-Stiftung kontrolliert werden – maßgeblich beeinflusst durch die Familie des Gründers.
RTL, Gruner + Jahr und Penguin Random House: Die Macht der Familie Mohn
Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist ein global agierender Medienkonzern, vollständig in der Hand der Familie Mohn. Über ihre Bertelsmann Stiftung und komplexe Gesellschaftsstrukturen steuert die Familie Beteiligungen an der RTL Group (mit Sendern wie RTL, VOX, ntv), dem Buchverlag Penguin Random House und dem übernommenen Gruner + Jahr. Die 2021 angekündigte Verschmelzung der G+J-Redaktionen mit RTL News sorgt für massive Meinungskonzentration unter einem Dach.
Hubert Burda Media: Wenn Lifestyle und Politik verschwimmen
BUNTE, FOCUS, CHIP und InStyle sind nur einige der Marken, die von der Burda-Familie über Hubert Burda Media kontrolliert werden. Der Konzern ist an über 600 Medienprodukten beteiligt – viele davon reichweitenstarke Magazine und digitale Portale. Hubert Burda, der Patriarch, gilt als einer der einflussreichsten Medienstrategen der Republik und ist eng mit politischen Kreisen vernetzt. Das Unternehmen beteiligt sich zudem an Google-Projekten zur digitalen Medienförderung.
Funke Mediengruppe: Die weitgehend unbekannte Macht im Westen
Die Funke Mediengruppe gehört zu 100 % der Erbengemeinschaft um Julia Becker, Nachfahrin des Firmengründers Jakob Funke. Der Konzern besitzt Titel wie Berliner Morgenpost, Hamburger Abendblatt, Westdeutsche Allgemeine Zeitung sowie zahlreiche Regionalblätter in Thüringen, Niedersachsen und NRW. Die zentrale Steuerung über Print, Radio und digitale Plattformen hinweg wird nahezu vollständig in Familienhand organisiert.
Bauer Media Group: Die stille Riesenmacht aus Hamburg
Mit über 600 Publikationen in 17 Ländern zählt die Bauer Media Group zu den größten Medienkonglomeraten weltweit. Im Besitz der Familie Bauer stehen bekannte Marken wie TV Movie, Bravo, Cosmopolitan und auto motor und sport. Auch zahlreiche UK-Titel gehören dazu. Trotz der Größe bleibt das Unternehmen stark auf die Familienstrategie ausgerichtet, mit klarer redaktioneller Linie und zunehmender Hinwendung zur werbeoptimierten Unterhaltung.
Gleichklang durch Meinungsmacht: Inhalte, die sich gleichen
Eine durchdringende Gleichförmigkeit zeigt sich bei zentralen gesellschaftlichen Themen: Migration, Russland-Politik, Klima, Genderfragen oder EU-Kritik. Unabhängig davon, ob in BILD, WELT, FOCUS oder SPIEGEL – die Kernaussagen sind oft deckungsgleich. Diese Homogenität ist keine Folge des Zufalls, sondern Ausdruck zentral gesteuerter Agenden, abgestimmt auf wirtschaftliche und politische Interessen der Eigentümerfamilien.
Enge Bande zwischen Medien und Politik
Zahlreiche Verleger, Geschäftsführer und Chefredakteure pflegen enge Beziehungen zu politischen Entscheidungsträgern. Mathias Döpfner war viele Jahre Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und trat regelmäßig als Kommentator politischer Prozesse auf. Auch Friede Springer war lange persönlich mit Angela Merkel verbunden. Die Funke-Gruppe beschäftigt ehemalige Politiker als Berater. Solche Verbindungen unterlaufen journalistische Neutralität systematisch.
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Systemfreund statt Korrektiv
ARD und ZDF gelten formal als unabhängig – faktisch jedoch dominieren politische Parteien die Gremien. Die Rundfunkräte sind mit Abgesandten von CDU, SPD, Grünen und FDP besetzt. Gleichzeitig übernehmen viele Intendanten nach dem Wechsel aus der Politik Schlüsselpositionen, wie zuletzt beim Bayerischen Rundfunk oder dem WDR. Kritik an Regierungsentscheidungen wird oft nur oberflächlich oder gar nicht thematisiert.
Transatlantische Gleichrichtung: Think Tanks und Elitenclubs
Verleger und Chefredakteure sind Mitglieder in Organisationen wie der Atlantik-Brücke e.V., der Trilateral Commission, dem Aspen Institute oder der Munich Security Conference. Diese Netzwerke fördern eine transatlantische Ausrichtung, oft im Schulterschluss mit US-amerikanischen Sicherheits- und Wirtschaftsnarrativen. Medien übernehmen diese Perspektiven fast deckungsgleich – unabhängig vom jeweiligen Verlag.
Digitalisierung: Neue Werkzeuge für alte Strukturen
Trotz technischer Vielfalt wird die digitale Informationshoheit von denselben Konzernen dominiert. Verlage wie Springer oder Burda investieren massiv in Suchmaschinenoptimierung, Content-Marketing und bezahlte Reichweiten. Gleichzeitig werden alternative Plattformen wie NachDenkSeiten oder Telepolis durch „Faktenchecks“ diskreditiert, algorithmisch benachteiligt oder medial delegitimiert.
Fazit: Medienvielfalt? Eine perfekt inszenierte Kulisse
Was auf den ersten Blick wie eine freie, lebendige Medienlandschaft wirkt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als minutiös kontrolliertes Bühnenbild, choreografiert von einigen wenigen Dynastien – allen voran die Familien Springer, Mohn, Burda, Bauer und Funke. Die Gleichschaltung der Inhalte läuft dabei nicht über Zensur, sondern viel eleganter: durch Eigentum, Einfluss und strategisch positionierte Personen. Während Titelseiten laut um Meinungsfreiheit trommeln, agieren hinter den Kulissen dieselben Familien, die sich gegenseitig mit Posten, Preisen und Phrasen versorgen.
Die Wahrheit ist unbequem: In deutschen Medienhäusern wird nicht berichtet, was ist – sondern, was sein soll. Kritik an Machtzentren wird dosiert, systemkonforme Narrative werden millionenfach multipliziert. Alles andere verschwindet im digitalen Orkus – vergraben unter Algorithmen, De-Priorisierung und moralischer Diffamierung. Wer da noch von „Vielfalt“ spricht, verkauft eine PR-Mär – und zwar sehr professionell.
Und während das mediale Establishment brav an Regierungsmeldungen copy-pastet, entstehen ganze Parallelrealitäten, in denen Fragen nicht mehr erlaubt, sondern als gefährlich gebrandmarkt werden. Willkommen in der betreuten Öffentlichkeit, in der Leser zu Kunden und Bürger zu Objekten eines narrativgesteuerten Medienmarkts degradiert wurden. Was früher Pressefreiheit hieß, nennt man heute Kommunikationsstrategie – verpackt in Hochglanz, aber inhaltlich ausgehöhlt. Und die Marionettenspieler? Sitzen in den Aufsichtsräten – und lachen.
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