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Verkehrsunfall in der Türkei mit deutschem Auto – Was Sie als DA Direkt-, ADAC Plus- und Roland-Rechtsschutz-Kunde wissen müssen

Verkehrsunfall in der Türkei mit deutschem Auto

Verkehrsunfall in der Türkei mit deutschem Auto“ Verkehrsunfall in der Türkei mit deutschem Auto

Ein Verkehrsunfall im Ausland ist für viele Autofahrer ein Albtraum. Besonders kompliziert wird es, wenn der Unfall in der Türkei passiert und das beteiligte Fahrzeug in Deutschland zugelassen ist. Welche Versicherungen greifen? Was bedeutet ADAC Plus in diesem Fall? Und wie hilft die Roland Verkehrsrechtsschutzversicherung? In diesem Artikel beleuchten wir diese Fragen detailliert.


Checkliste: Verhalten nach einem Verkehrsunfall in der Türkei mit deutschem Auto

📍 1. Unfallstelle absichern & Beweise sichern

  • Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen

  • Polizei rufen: Notrufnummer 112 oder Polizei 155

  • Unfallprotokoll: Zweisprachiges Unfallformular (Deutsch/Türkisch) ausfüllen

  • Fotos machen: Schadensstelle, Nummernschilder, Umgebung

  • Zeugenaussagen notieren (mit Kontaktdaten)

Unfallbericht in der Türkei – Was tun ohne EU-Formular?

In der Türkei gibt es keinen EU-weit standardisierten Unfallbericht. Stattdessen wird das türkische Formular „Kaza Tespit Tutanağı“ verwendet. Dieses Formular ist nur auf Türkisch verfügbar und muss bei Blechschäden von beiden Fahrern unterschrieben werden. Es enthält Angaben zu Fahrzeug, Fahrern, Unfallskizze und Hergang.

Bei Personenschäden, Streit über den Hergang, Alkoholverdacht oder wenn ein Beteiligter keine gültigen Papiere hat, muss zwingend die Polizei (Notruf: 155) gerufen werden. Diese erstellt dann ein amtliches Protokoll: den „Polis Trafik Kaza Raporu“. Dieses muss für die deutsche Versicherung übersetzt werden.

Weil es kein internationales Formular gibt, solltest du selbst Beweise sichern:

  • Fotos vom Unfallort, den Fahrzeugen und den Kennzeichen
  • Daten des Unfallgegners: Führerschein, Versicherung, Fahrzeugpapiere
  • Zeugenaussagen aufnehmen (auch per Smartphone-Sprachnotiz)
  • Standort über Google Maps speichern
  • Eigene Notizen in Deutsch festhalten
Tipp: Führe vor der Reise ein zweisprachiges Unfallprotokoll (Deutsch/Türkisch) mit. ADAC Plus hilft dir im Ernstfall bei Übersetzungen und Formularen.

📞 2. Sofortige Kontaktaufnahme


📋 3. Dokumentation sammeln

  • Polizeibericht anfordern (falls Polizei vor Ort war)

  • Türkisches Unfallprotokoll sicher aufbewahren

  • Verletzungen dokumentieren, Atteste einholen

  • Unfallzeit, Ort, Beteiligte schriftlich festhalten


🚑 4. Ärztliche Untersuchung bei Verletzung

  • Direkt zum Arzt oder ins Krankenhaus (auch bei leichten Beschwerden)

  • Attest mitnehmen (wenn möglich: auf Türkisch & Deutsch)

  • In Deutschland Folgeuntersuchung durchführen lassen


🚘 5. Fahrzeugstatus prüfen

  • Ist das Fahrzeug noch fahrbereit?

    • Ja: Weiterfahrt oder Werkstattbesuch in der Türkei möglich.

    • Nein: → weiter mit Punkt 6


🚚 6. Rücktransport (wenn nicht fahrbereit)

  • ADAC Plus organisiert kostenlosen Rücktransport nach Deutschland (nur bei ADAC Plus!)

  • Rückholung telefonisch einleiten

  • Zieladresse für Transport festlegen (Werkstatt oder Zuhause in Deutschland)


📄 7. Gutachten erstellen lassen

  • Option A: In der Türkei durch unabhängigen Sachverständigen (nur bei fahrunfähigem Fahrzeug ohne ADAC)

    • Gutachten + Fotos + Übersetzung ins Deutsche

  • Option B: Nach Rücktransport in Deutschland durch DEKRA, TÜV etc.


⚖️ 8. Schadenabwicklung einleiten

  • Gutachten + Unfallprotokolle + Fotos an DA Direkt schicken

  • Schmerzensgeldforderung ggf. mit Unterstützung von Roland Rechtsschutz anwaltlich einreichen

  • Reparaturfreigabe abwarten


📩 9. Unterlagen archivieren

  • Unfallberichte, Gutachten, Rechnungen, Arztatteste, Schriftverkehr mit Versicherungen gut aufheben

  • Alles in digitaler Kopie sichern


🧾 10. Erstattung & Abschluss

  • Kosten prüfen (z. B. Hotel, Rücktransport, ärztliche Leistungen)

  • Relevante Belege an ADAC oder Roland einreichen

  • Nachfragen zu Versicherungssummen oder Restwert mit Gutachter/Versicherung klären


Tipp: Diese Liste kannst du dir auch ausdrucken oder als PDF speichern, bevor du ins Ausland reist!


1. Der Ernstfall

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie fahren mit Ihrem in Deutschland zugelassenen Fahrzeug durch Zonguldak. Plötzlich fährt Ihnen ein anderes Fahrzeug aus der Türkei ungebremst hinten auf. Ihr Auto ist beschädigt, Sie haben Schmerzen im Nacken – möglicherweise ein Schleudertrauma.

Beispiel:
Ein Renault Talisman aus Deutschland, versichert bei DA Direkt, wird von einem Dacia Kennzeichen 67 TM 400 aus der Türkei Zonguldak touchiert. Der deutsche Fahrer ist ADAC Plus Mitglied und besitzt eine Roland Verkehrsrechtsschutzversicherung.

2. Erste Schritte nach dem Unfall

  • Unfallstelle sichern: Warndreieck aufstellen, Warnweste anziehen, ggf. Polizei rufen (in der Türkei: 155).
  • Beweise sichern: Fotos machen, Zeugenaussagen notieren, zweisprachigen Unfallbericht ausfüllen.
  • Versicherung informieren: DA Direkt benachrichtigen.
  • ADAC Plus Hotline kontaktieren.
  • Roland Rechtsschutzversicherung informieren.

3. Welche Versicherungen greifen?

DA Direkt

DA Direkt bietet europaweiten Versicherungsschutz. Wichtig ist die sogenannte „Grüne Karte“, die die Türkei explizit einschließen sollte.

ADAC Plus

  • Pannen- und Unfallhilfe im Ausland
  • Rücktransport von Fahrzeug und Personen
  • Dolmetscher, medizinische Beratung, Hotelkosten

Roland Verkehrsrechtsschutz

Übernimmt Anwaltskosten, Gerichtskosten und Sachverständigenhonorare – auch im Ausland.

4. Rechtslage in der Türkei

  • Schuldfrage ist nicht automatisch dem Auffahrenden zuzuweisen.
  • Gutachten sollte in Deutschland erstellt werden.
  • Schmerzensgeld ist möglich, aber schwerer durchzusetzen.

🔧 Sofort-Gutachten in der Türkei

Wenn das Auto nicht mehr fahrbereit ist und nicht transportiert werden kann:

  • Du musst ein Gutachten vor Ort in der Türkei erstellen lassen.
  • Achte darauf, dass das Gutachten:
    • detailliert (mit Fotos und Kostenschätzung) ist,
    • neutral (also nicht vom gegnerischen Versicherer beauftragt) ist,
    • möglichst auch ins Deutsche übersetzt wird (für DA Direkt oder Roland wichtig).

💡 Tipp: ADAC Plus kann dir helfen, einen geeigneten Gutachter oder Übersetzer zu finden.

5. Gesundheitliche Folgen

Halswirbelsäulenbeschwerden (Schleudertrauma) treten oft verzögert auf. Wichtig:

  • Unfall dokumentieren
  • Arzt in der Türkei und in Deutschland konsultieren
  • Attest aufbewahren, nach Möglichkeit in zwei Sprachen

6. Fahrzeugreparatur & Rücktransport

Dank ADAC Plus:

  • Abschleppdienst vor Ort
  • Organisation des Rücktransports
  • Freie Wahl des Reparaturorts (Türkei oder Deutschland)

7. Schadensregulierung

  • Klarer Unfallgegner: türkische Haftpflichtversicherung ist zuständig
  • Teilschuld: Eigene Kasko wird relevant
  • Streitfall: Roland Verkehrsrechtsschutz hilft

8. Wichtig vor der Abreise

  • Internationale Versicherungskarte (Grüne Karte)
  • ADAC Plus Mitgliedskarte
  • Roland Versicherungsunterlagen
  • Zweisprachiger Unfallbericht

9. Häufige Fragen (FAQ)

Was tun direkt nach dem Unfall?
Unfallstelle sichern, Polizei rufen, Beweise sichern, Versicherungen informieren.

Gilt die deutsche Versicherung in der Türkei?
Ja, wenn die Türkei in der Grünen Karte vermerkt ist.

Gibt es Anspruch auf Schmerzensgeld?
Ja, jedoch ist der Prozess komplex. Rechtsschutz ist sinnvoll.

Wie hilft mir der ADAC konkret?
Organisation von Pannenhilfe, Hotel, Rücktransport, Dolmetscher etc.

Wo lasse ich das Auto reparieren?
Wahlweise in der Türkei oder in Deutschland, abhängig vom Versicherungsvertrag.

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Haftungsausschluss

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Fachanwalt für Verkehrsrecht.